Unlängst erreichte unseren Redakteur Andreas Martin Widmann im Zusammenhang mit dem Wissenschaftsfestival „Spielball der Götter“ dieser Leserbrief:
Betreff: Plakatierung Uni Mainz
Sehr geehrter Herr Widmann,
Ich finde es unangemessen, wenn auf dem Universitätsgelände der
Universität Mainz Plakate Ihrer Veranstaltung 16. Oktober 2010 auf den
Toiletten???!!!! hängen.
Die Plakate sind desweiteren an den unmöglichsten Stellen zu finden: an
Betonpfeilern, in Fahrstühlen, an Türen; einfach mal so, egal, die
Hauptsache aufgehängt. Wer entfernt die Plakate eigentlich?
Auf der Homepage habe ich keine Telefonnummern gefunden (Spielball der
Götter).
P. Winzig
(Name von der Redaktion geändert)
Die elephant-Redaktion rief daraufhin zu einem Kreativwettbewerb auf, in dem ein Kasten Binding Export Bier für das originellste Antwortschreiben ausgelobt wurden. Leider konnte sich die Jury unter den zahlreichen Einsendungen auf keinen Gewinner festlegen und hat daher entschieden, den Preis zu behalten, das Bier also selbst zu trinken und hier die drei in die engere Auswahl gelangten Entwürfe zu präsentieren. Aus ihnen zusammen ergibt sich eine vielstimmige Antwort, die jedoch nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wiedergibt.
„Mir egal!“
(Eingereicht von: Jürgen Hammel, Wackernheim)
„Liebe/r Herr/Frau Winzig,
wir sind genau so verärgert wie Sie. Die Plakatierung ist nicht von mir selbst vorgenommen worden, vielmehr musste ich feststellen, dass die Postsendung mit der gesamten Auflage unterwegs stibitzt worden und dann wild in die Gegend gehängt worden ist. Für die Beseitigung danke ich Ihnen.
Hochachtungsvoll,
A.M.W.“
(Eingereicht von: Lotte Meyerling, Worms)
„Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,
haben Sie Dank für Ihre Fragen. Gerne antworte ich Ihnen Folgendes: Jedes einzelne der von Ihnen beanstandeten Plakate ist gezählt und wird nach der Veranstaltung von unserem Team höchstselbst wieder abgenommen, sodann gereinigt, gefaltet und per Schiff an ein NGO-Projekt im venezolanischen Urwald versandt, wo die Rückseiten der Plakate von Waisenkindern mit Naturfarben bemalt werden. Anschließend sollen die Plakate zurückgeschickt und an selber Stelle wieder aufgehängt werden. Zur Vernissage auf der Männertoilette des ZDV erhalten Sie eine Einladung mit gesonderter Post.
Mit freundlichen Grüßen,
A.M.W.“
(Eingereicht von: Ute-Petra Holz, Uckel)
auf diese vernissage würde ich mich tatsächlich sehr freuen! überhaupt werden toilettenräumlichkeiten viel zu selten für kunstprojekte, theateraufführungen & insbesondere tagungen genutzt.
anders gesagt: will man wissenschaft & lebenswelt wirklich zusammenbringen, so gibt es eigentlich nur einen (stillen) ort, der für diese nutzung geradezu prädestiniert ist.
& auch wenn es diesmal nicht gelang, so freue ich mich dennoch sehr auf morgen!
auch ich bemerkte diese guerilla-plakatierung. und hatte respekt, wer geht schon gerne auf die toiletten im sb2 (da waren sie doch auch, oder?) jedenfalls an einem ort, wo ich sie nie und nimmer erwartet hätte. auf die vernissage bin ich gespannt.